Donnerstag, 4. Dezember 2014

Geringer Anteil der Menschen am CO2-Ausstoß?

Immer wieder hört man das Argument, dass Menschen nur für 3% des tatsächlichen CO2-Ausstoßes verantwortlich sind und der Rest aus der Natur und dem Erdinnern stammt. Das stimmt zwar theoretisch, aber die Sache ist nicht ganz so einfach.

1. Die Biosphäre und der Ozean stoßen zwar riesige Mengen von CO2 aus, sie nehmen sie aber auch wieder auf. Das sieht man einfach schon am jahreszeitlichen Rhytmus der Keeling-Kurve für CO2 vom Mount Mauna auf Hawaii. Leicht erhöhte Ozeantemperaturen tragen dazu bei, dass das im Wasser gelöste CO2 zusätzlich ausgast.

2. Menschen tragen durch Verbrennung fossiler Brennstoffe zusätzlich CO2 in die Atmosphäre ein - und zwar soviel, dass die Biosphäre nicht alles davon aufnehmen kann und dieser Anteil (etwa die Hälfte) in der Luft bleibt.

3. Interessanterweise können Ozeane und Pflanzen die Hälfte des zusätzlichen CO2-Eintrags aufnehmen - durch Photosynthese (und einer tatsächlich festgestellten Erhöhung der Vegetationsmasse) und durch Bindung des CO2 als Calziumcarbinat (und Ablagerung als Kalkgestein auf dem Meeresboden).

4. Das restliche nicht aufgenommene CO2 addiert sich jährlich in der Atmosphäre.

5. Dieses vermehrte CO2 scheint aber die letzten eineinhalb Jahrzehnte entweder keinen Einfluss auf die Globaltemperatur gehabt zu haben - oder es gab andere Effekte, die den Atmosphären-Effekt des CO2 ausgeglichen haben. Die Lufttemperatur der Troposphäre (0 - 12.500 Meter) zeigt seit ca. 18 Jahren keinen Anstieg.

6. Manche Forscher glauben eine Abnahme der Alkalinität des Ozeans durch CO2 nachgewiesen zu haben - von 8,2 auf 8,1 ph und sprechen von einer Versauerung. Nur sind diese Messungen nicht flächendeckend und noch gar nicht in die Tiefe gehend, so dass das auch einfach ein Messfehler sein kann. Auch schwankt die Alkalinität der Meeres in bestimmten Rhythmen, und der gemessene Betrag ist ganz im Bereich der natürlichen Variabilität. Der Meeresboden besteht zu einem sehr hohen Anteil aus basischen Gestein, so dass ein Säureeintrag wieder abgepuffert wird.

Summa Summarum: Es spielen sehr viele Faktoren mit. Man weiß zwar schon Einiges, aber genaue Aussagen für sie Zukunft kann man nicht machen - ganz einfach weil das, was vermutet wird, in der Praxis noch nicht langfristig beobachtet wurde.

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